Alte Gymiprüfungen Zürich: Archiv, Lösungen, richtig üben
Von Lara, Nachhilfelehrerin in Zürich, , 8 Minuten Lesezeit
Alte Gymiprüfungen sind das beste Übungsmaterial, das es gibt. Sie sind echt, kostenlos und zeigen genau, wie die Aufgaben an der Zentralen Aufnahmeprüfung (ZAP) aussehen. Hier steht, wo der Kanton Zürich sie publiziert, was im Archiv steckt und wie dein Kind damit so übt, dass es am Prüfungstag etwas davon hat. Stand September 2026.
Gymiprüfung Archiv: wo die offiziellen Prüfungen liegen
Der Kanton Zürich stellt die alten Prüfungen selbst zur Verfügung. Sie liegen auf zh.ch, jeweils auf der Seite der Prüfung, im Abschnitt «Prüfungsarchiv: Musterprüfungen und Lösungen». Für die Prüfung aus der 6. Klasse ins Langgymnasium ist das die Seite Prüfung für das Langgymnasium. Für die Prüfung aus der 2. oder 3. Sek ins Kurzgymnasium ist es die Seite Prüfung für das Kurzgymnasium.
Die Handelsmittelschule und die Fachmittelschule haben auf zh.ch je eine eigene Seite mit eigenem Archiv. Die Registration auf zap.zh.ch ist dagegen nur für die Anmeldung zur Prüfung da, die alten Prüfungen findet ihr dort nicht.
Viele Vorbereitungsanbieter bieten die gleichen Dateien zum Download an, oft hinter einem Formular. Das braucht ihr nicht. Das Original beim Kanton ist kostenlos und ohne Anmeldung zugänglich.
Was im Archiv steckt: Jahrgänge, Teile und Lösungen
Im September 2026 umfasst das Archiv für Langgymnasium und Kurzgymnasium die Jahrgänge 2015 bis 2026. Der Kanton spricht von einer «Auswahl an Musterprüfungen und Lösungen». Pro Jahrgang gibt es diese Dateien:
| Prüfungsteil | Im Archiv | Lösung |
|---|---|---|
| Mathematik | Aufgaben | ja, eigene Datei |
| Sprachbetrachtung und Textverständnis | Textblatt und Aufgaben | ja, eigene Datei |
| Aufsatz | Aufsatzthemen | nein, keine Mustertexte |
Für Mathematik und Sprachbetrachtung kann dein Kind also selbst korrigieren. Beim Aufsatz geht das nicht. Es gibt nur die Themen, keine Musteraufsätze und keine Bewertungsraster pro Jahrgang.
Wichtig für das Langgymnasium: Seit August 2026 gelten für die Prüfung neue Prüfungsanforderungen. Sie ersetzen jene von 2019 und gelten ab der Prüfung 2027. Die alten Prüfungen bleiben gutes Übungsmaterial, weil die Fächer und der Aufbau der Prüfung gleich sind. Legt aber das Dokument mit den Anforderungen daneben. Es steht auf derselben Seite wie das Archiv und zeigt, welche Begriffe und Themen verlangt werden.
So simuliert ihr die Prüfung zu Hause
Eine alte Prüfung bringt am meisten, wenn sie sich anfühlt wie die echte. Die Zeiten für die drei Teile stehen auf zh.ch:
| Prüfungsteil | Langgymnasium | Kurzgymnasium |
|---|---|---|
| Sprachbetrachtung und Textverständnis | 45 Minuten | 45 Minuten |
| Mathematik | 60 Minuten | 90 Minuten |
| Aufsatz | 60 Minuten | 90 Minuten |
Für das Langgymnasium ist kein Taschenrechner erlaubt. Für das Kurzgymnasium sind nur bestimmte Modelle ohne Grafik- und Algebrasystem zugelassen, die Liste steht auf der Seite des Kantons. Handy und Smartwatch sind verboten. Der Kanton empfiehlt deshalb eine analoge Uhr. Übt mit derselben Uhr, die dein Kind am Prüfungstag trägt.
Zu Hause heisst das: Tisch leer, Tür zu, Uhr gestellt. Die Aufgaben auf Papier ausdrucken, nicht am Bildschirm lösen. Nach Ablauf der Zeit ist Schluss, auch wenn eine Aufgabe fast fertig ist. Korrigiert wird nicht gleich danach, sondern mit etwas Abstand, am besten gemeinsam.
Wann ihr mit alten Prüfungen übt
Im Herbst vor der Prüfung reichen einzelne Aufgaben aus alten Prüfungen, ohne Uhr. Dein Kind lernt die Aufgabentypen kennen und merkt, wo Grundlagen fehlen. Ganze Prüfungen unter Zeit kommen ab Januar dazu, eine pro Woche. Bis zum Prüfungstag ergibt das rund acht bis zehn Durchgänge. Das Archiv reicht dafür gut.
Ein bewährter Weg: Die älteren Jahrgänge für den Herbst nehmen, die neuesten für die letzten Wochen. So bleiben die Prüfungen, die dem aktuellen Stand am nächsten sind, für die Simulation frei. Wann die nächste Prüfung ist und wann die Anmeldung läuft, steht im Artikel zur Gymiprüfung 2027 in Zürich. Wie die Vorbereitung vorher aufgebaut ist, beschreibe ich im Zeitplan Ab wann Gymivorbereitung?.
Alte Gymiprüfungen Mathe: worauf es ankommt
Mathematik zählt die Hälfte der Prüfungsnote, die beiden Deutschteile je ein Viertel. Die Prüfung ins Langgymnasium setzt den Stoff bis Ende des ersten Semesters der 6. Klasse voraus. Die Anforderungen nennen drei Bereiche: Zahl und Variable, Form und Raum sowie Grössen, Funktionen und Daten. Darin stehen unter anderem diese Aufgabenarten:
- Rechnen ohne Taschenrechner, mit grossen Zahlen, Dezimalzahlen und Brüchen
- Sachaufgaben mit mehreren Schritten, oft mit proportionalen Zusammenhängen
- Masseinheiten umwandeln, von Millilitern bis Kubikmetern
- Konstruktionen mit Zirkel und Geodreieck
- Raumvorstellung: Würfelnetze, Ansichten von Körpern, zusammengesetzte Körper
- Knobelaufgaben mit Mustern und einfacher Kombinatorik
Die Mathematikprüfung 2026 fürs Langgymnasium hatte neun Aufgaben zu je vier Punkten. Auf dem Blatt steht, dass Zwischenresultate notiert werden sollen und die Aufgaben in beliebiger Reihenfolge gelöst werden dürfen. Beides lässt sich üben: den Lösungsweg sauber aufschreiben und zuerst die Aufgaben lösen, die sicher sitzen.
Beim Korrigieren zählt nicht nur, ob das Resultat stimmt. Schaut, wo der Fehler entstanden ist. Hat dein Kind falsch gelesen, falsch gerechnet, den Lösungsweg nicht gefunden oder keine Zeit mehr gehabt? Jede dieser Ursachen braucht etwas anderes. Wer nur neue Prüfungen rechnet, wiederholt dieselben Fehler. Welche Themen ich in Mathematik mit den Kindern anschaue, steht auf der Seite zur Mathe-Nachhilfe in Zürich.
Alte Gymiprüfungen Deutsch: Text, Grammatik und Aufsatz
Der erste Deutschteil besteht aus einem Textblatt und Fragen dazu. Beim Textverständnis geht es darum, einen Text genau zu erfassen, seine Absicht und Kernaussage zu erkennen. Bei der Sprachbetrachtung fragt die Prüfung Grammatikbegriffe ab: Wortarten, Zeitformen, Wortfamilien, Wortstamm, Vor- und Nachmorpheme, Fall und direkte Rede mit den richtigen Satzzeichen. Hier helfen die Lösungen aus dem Archiv direkt. Dein Kind sieht, welche Antwort erwartet wird und wie genau sie sein muss.
Beim Aufsatz wählt dein Kind ein Thema aus und schreibt in der vorgegebenen Zeit einen eigenen Text. 2026 gab es fürs Langgymnasium drei Themen: einen Bericht für eine Zeitung, eine Erzählung und eine Geschichte zu einem Bild. Nach den neuen Anforderungen ist der Text eine Erzählung oder ein Bericht. Verlangt wird unter anderem, dass er zum Thema passt, logisch aufgebaut ist und sprachlich stimmt. Für den Aufsatz darf dein Kind ein Wörterbuch benutzen, zum Beispiel den Schülerduden.
Der Aufsatz ist der Teil, den Eltern am schwierigsten selbst korrigieren können. Rechtschreibfehler findet man, aber ob ein Text gut aufgebaut ist und zur Aufgabe passt, ist schwerer zu beurteilen. Und es gibt keine Musterlösung zum Vergleichen. Wie ich Aufsätze mit Rückmeldung übe, steht auf der Seite zur Deutsch-Nachhilfe in Zürich.
Typische Fehler beim Üben mit alten Prüfungen
- Zu viele Prüfungen, zu wenig Auswertung. Eine Prüfung mit gründlicher Fehleranalyse bringt mehr als drei ohne.
- Zu früh mit der Uhr. Wer im Oktober ganze Prüfungen unter Zeit schreibt, erlebt vor allem Frust.
- Die Lösung zu früh anschauen. Wer nach zwei Minuten nachschlägt, lernt den Lösungsweg nicht selbst zu finden.
- Nur Mathematik üben. Die beiden Deutschteile zählen zusammen gleich viel.
- Den Aufsatz auslassen, weil er mühsam zu korrigieren ist. Gerade er braucht Übung unter Zeit.
- Am Bildschirm üben. An der Prüfung schreibt dein Kind auf Papier, mit Füllfeder oder Kugelschreiber.
- Nur Resultate aufschreiben. In Mathematik zählt der Lösungsweg, Zwischenresultate gehören aufs Blatt.
- Jeden Fehler gleich behandeln. Ein Flüchtigkeitsfehler braucht Ruhe, eine Lücke braucht Erklärung.
Checkliste zum Abhaken
- Die richtige Seite auf zh.ch gefunden: Langgymnasium oder Kurzgymnasium
- Das Dokument mit den Prüfungsanforderungen gelesen
- Jahrgänge aufgeteilt: ältere für den Herbst, die neuesten für Februar
- Aufgaben und Lösungen getrennt ausgedruckt, die Lösungen bei den Eltern
- Analoge Uhr bereit, für das Kurzgymnasium ein zugelassener Taschenrechner
- Ein fester Übungstermin pro Woche im Kalender, ab Januar mit ganzer Prüfung
- Nach jeder Prüfung die Fehler nach Ursache sortiert: Lesen, Rechnen, Lösungsweg, Zeit
- Pro Woche ein Thema aus der Fehlerliste gezielt nachgeholt
- Jeden Monat mindestens ein Aufsatz unter Zeit, mit Rückmeldung von jemandem ausser dem Kind
- Die letzte Woche vor der Prüfung ohne neue Prüfung, nur Wiederholung
Wann Begleitung sinnvoll ist
Mit dem Archiv, einer Uhr und etwas Disziplin kommen viele Familien weit. Schwierig wird es an drei Stellen. Wenn dein Kind denselben Fehler immer wieder macht und du nicht erklären kannst, woher er kommt. Wenn der Aufsatz korrigiert werden soll und dir der Massstab fehlt. Und wenn das gemeinsame Üben zu Hause in Streit endet, was bei Prüfungsdruck häufig passiert.
Dann kann es helfen, wenn jemand von aussen dazukommt. In meiner Gymivorbereitung in Zürich arbeite ich eins zu eins mit denselben alten Prüfungen des Kantons. Ich schaue mit deinem Kind, wo die Fehler herkommen. Zu jedem Aufsatz gibt es eine Rückmeldung. Die Übung zu Hause bleibt trotzdem wichtig. Die Lektion zeigt, woran es in der Woche danach zu arbeiten lohnt.
Häufige Fragen
Wo finde ich alte Gymiprüfungen mit Lösungen?
Auf zh.ch, auf der Seite zur Zentralen Aufnahmeprüfung für das Langgymnasium oder für das Kurzgymnasium, im Abschnitt «Prüfungsarchiv: Musterprüfungen und Lösungen». Im September 2026 enthält es die Jahrgänge 2015 bis 2026, kostenlos und ohne Anmeldung.
Gibt es zu den alten Gymiprüfungen Lösungen?
Ja, für Mathematik und für Sprachbetrachtung mit Textverständnis gibt es zu jedem Jahrgang eine Lösung als eigene Datei. Für den Aufsatz gibt es nur die Themen, keine Mustertexte.
Wie viele alte Prüfungen sollte mein Kind durcharbeiten?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Ab Januar eine ganze Prüfung pro Woche ergibt bis zum Prüfungstag acht bis zehn Durchgänge. Wichtiger als die Anzahl ist die Auswertung: Jeder Fehler zeigt, was noch fehlt.
Darf man an der Gymiprüfung einen Taschenrechner benutzen?
Für das Langgymnasium nicht. Für das Kurzgymnasium sind nur bestimmte Modelle ohne Grafik- und Algebrasystem erlaubt. Die Liste steht auf der Seite des Kantons zur Prüfung für das Kurzgymnasium.
Wie lange dauert die Gymiprüfung?
Fürs Langgymnasium: 45 Minuten Sprachbetrachtung und Textverständnis, 60 Minuten Mathematik, 60 Minuten Aufsatz. Fürs Kurzgymnasium: 45 Minuten, 90 Minuten und 90 Minuten. Dazwischen gibt es Pausen.
Sind die alten Prüfungen noch aktuell?
Als Übungsmaterial ja. Für das Langgymnasium gelten ab der Prüfung 2027 neue Prüfungsanforderungen, die jene von 2019 ersetzen. Legt beim Üben das Dokument mit den Anforderungen daneben, es steht auf derselben Seite wie das Archiv.
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"Nach der Probestunde hat sie selbst gefragt, wann die nächste ist."Mutter, 6. Klasse
