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Ratgeber

Ab wann Gymivorbereitung? Zeitplan für Langgymi und Kurzgymi

Von Lara, Nachhilfelehrerin in Zürich, , 7 Minuten Lesezeit

Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch: "Sind wir zu spät?" Oder, seltener: "Übertreiben wir, wenn wir jetzt schon anfangen?" Hier ist mein Zeitplan für beide Wege ans Gymnasium, mit dem, was die Schule leistet, was ihr zu Hause tun könnt und wo Begleitung Sinn ergibt.

Kurzantwort: wann der Start sinnvoll ist

Für das Langgymnasium, also die Prüfung aus der 6. Primarklasse: ab der 5. Klasse locker, ab dem Sommer der 6. Klasse gezielt. Für das Kurzgymnasium, also die Prüfung aus der 2. oder 3. Sek: ab der 1. Sek locker, ab der 2. Sek gezielt. Diese Empfehlung deckt sich mit dem, was die Vorbereitungsinstitute im Kanton Zürich raten; die Einschätzung dahinter ist meine eigene, aus der Arbeit mit Kindern, die zu verschiedenen Zeitpunkten gestartet sind.

"Locker" heisst: Lücken aus dem Schulstoff schliessen, ohne dass das Kind weiss, dass es um die Gymiprüfung geht. Eine Lektion pro Woche, keine alten Prüfungen, kein Zeitdruck. "Gezielt" heisst: Das Kind kennt das Ziel, wir arbeiten mit dem Prüfungsformat. Die Lektionen haben einen Plan bis zum Prüfungstag im März.

Zu früh gibt es kaum, wenn es locker bleibt. Ein Kind in der 4. Klasse braucht keine Gymivorbereitung, aber es braucht ein sicheres Einmaleins und ein gutes Verständnis für Stellenwert. Das hilft ihm in jedem Fall, ob es später ans Gymnasium geht oder nicht. Zu spät gibt es, dazu unten mehr.

Die drei Phasen bis zur Prüfung

Vom Prüfungstag im März zurückgerechnet ergeben sich drei Phasen. Sie gelten für beide Wege; beim Kurzgymnasium ist der Stoff ein anderer, der Aufbau derselbe.

  • Grundlagen, bis zu den Sommerferien vor dem Prüfungsjahr: Alles, was in der Prüfung vorausgesetzt wird, muss sitzen. In Mathematik sind das Brüche, Stellenwert, Grössen, Sachaufgaben und Geometrie. In Deutsch Wortarten, Satzglieder, Zeitformen und das Schreiben zusammenhängender Texte. Fehlt hier etwas, ist das die Phase, in der es nachgeholt wird.
  • Prüfungsformat, Herbst bis Weihnachten: Das Kind lernt die Aufgabentypen der Prüfung kennen. Wie sieht eine Sachaufgabe in der Prüfung aus, im Unterschied zum Schulbuch? Was verlangt ein Aufsatzthema? Hier beginnt die Arbeit mit alten Prüfungen, aber noch ohne Stoppuhr. Parallel laufen die Schulprüfungen, die für die Vornoten zählen.
  • Simulation, Januar bis März: Alte Prüfungen unter echten Bedingungen, einmal pro Woche. Danach Fehleranalyse: Welche Fehler wiederholen sich? Kein neuer Stoff mehr, sondern Sicherheit im Bekannten. Die letzten Wochen sind für die Nerven, nicht für den Stoff.

Die Termine der Prüfung 2027 und wie die Vornoten zählen, stehen im Artikel zur Gymiprüfung 2027 in Zürich. Kurz: Anmeldung 1. Januar bis 10. Februar, Prüfung am 8. März, Vornoten aus dem Januar-Zeugnis zählen zur Hälfte.

Wie viele Lektionen pro Woche realistisch sind

Eine Lektion pro Woche ist der Normalfall. In den meisten Fällen reicht das. Dazwischen liegen sechs Tage, an denen das Kind das Besprochene anwenden kann, in der Schule und in den Hausaufgaben. Der Fortschritt entsteht nicht in der Lektion, sondern in der Zeit dazwischen.

Zwei Lektionen pro Woche sind sinnvoll in der Simulationsphase ab Januar, oder wenn ihr spät startet und zwei Fächer aufholen müsst. Mehr als zwei Lektionen pro Woche halte ich für Kinder in der 6. Klasse nicht für sinnvoll. Dann fehlt die Zeit zum Verdauen. Die Prüfung wird zum einzigen Thema im Haus. Mit drei Terminen pro Woche im Februar werden viele Kinder müde und gereizt. Das ist keine gute Ausgangslage für einen Prüfungsmorgen.

Ein Zeichen, dass es zu viel wird: Das Kind vergisst Dinge, die es vor zwei Wochen konnte. Oder es weint bei Kleinigkeiten. Dann ist nicht mehr Übung die Antwort, sondern weniger und dafür gezielter. Das sage ich auch den Eltern, wenn ich es sehe, auch wenn es bedeutet, dass wir eine Lektion streichen.

Was die Schule leistet und was nicht

Die Primarschule bereitet auf die Sek vor, nicht auf die Gymiprüfung. Das ist keine Kritik, sondern ihr Auftrag. Der Stoff der 6. Klasse deckt sich mit dem, was die Prüfung voraussetzt, aber die Prüfung verpackt ihn anders. Eine Sachaufgabe, die drei Schritte verlangt, kommt im Unterricht selten vor.

Wie viel die Schule zusätzlich tut, hängt von der Gemeinde und der Lehrperson ab. Manche Gemeinden bieten Vorbereitungskurse an, andere nicht. Fragt in der Schule eures Kindes nach, was es gibt und ab wann. In einem Bericht der NZZ vom Februar 2024 erzählt eine Mutter, die Lehrerinnen hätten gesagt, sie könnten die Kinder aus Ressourcengründen nicht bei der Prüfungsvorbereitung unterstützen; das sei Sache der Eltern. So deutlich sagt es nicht jede Schule, aber die Erfahrung teilen viele Familien.

Was ihr zu Hause tun könnt: alte Prüfungen vom Kanton herunterladen und das Kind eine lösen lassen, ohne Hilfe, mit Uhr. Wo es sie gibt und wie man damit übt, steht im Artikel zu den alten Gymiprüfungen. Nicht, um zu bewerten, sondern um zu sehen, wo es hakt. Was ihr besser nicht tut: selbst erklären, wenn es zum Streit führt. Der Satz "Das ist doch einfach, warum verstehst du das nicht" hilft niemandem. Er fällt schneller, als man denkt.

Zu spät gestartet? Was in acht Wochen noch geht

Manche Familien rufen mich im Januar an. Das ist spät, aber nicht aussichtslos. Was in acht Wochen geht: das Prüfungsformat kennenlernen, die häufigsten Aufgabentypen üben, zwei oder drei alte Prüfungen unter Zeit lösen und die Fehler daraus anschauen. Wenn die Grundlagen sitzen und die Vornoten stimmen, kann das reichen.

Was in acht Wochen nicht geht: Lücken aus der 4. und 5. Klasse schliessen. Wer Brüche nicht versteht, lernt sie nicht in sechs Lektionen so, dass sie in einer Prüfungsaufgabe mit drei Schritten sitzen. Und die Vornoten stehen im Januar fest; an dieser Hälfte lässt sich nichts mehr ändern.

Manche Anbieter werben mit Kurzprogrammen über wenige Wochenenden. Ich verspreche keine Quote und keinen Erfolg in acht Wochen. Was ich anbiete: eine klare Einschätzung nach der Probestunde. Ich sage dir, ob ich den Weg bis März für realistisch halte, oder ob das Kurzgymnasium aus der Sek der bessere Plan ist. Beides führt zur Matura. Für den zweiten Weg begleite ich auch in der Sekundarschule. Und für Familien in Adliswil, Thalwil oder Horgen gibt es die Seite zur Gymivorbereitung am Zürichsee.

Häufige Fragen

Ab wann sollte mein Kind mit der Gymivorbereitung beginnen?

Für das Langgymnasium: ab der 5. Klasse locker, ab dem Sommer der 6. Klasse gezielt. Für das Kurzgymnasium: ab der 1. Sek locker, ab der 2. Sek gezielt. Fehlen Grundlagen, lieber früher; sitzen sie, reicht ein halbes Jahr.

Ist es zu früh, in der 5. Klasse anzufangen?

Nicht, wenn es locker bleibt: eine Lektion pro Woche, Lücken schliessen, keine alten Prüfungen. Das Kind muss nicht einmal wissen, dass es um das Gymnasium geht. Zu früh wird es, wenn der Prüfungsdruck ein Jahr zu lang im Haus ist.

Wie viele Lektionen Gymivorbereitung pro Woche sind sinnvoll?

Eine Lektion pro Woche ist der Normalfall. Zwei sind sinnvoll in der Simulationsphase ab Januar oder bei spätem Start. Mehr als zwei halte ich in der 6. Klasse nicht für sinnvoll; das Kind braucht Zeit zwischen den Lektionen.

Wir sind spät dran. Reichen acht Wochen?

Wenn die Grundlagen sitzen und die Vornoten stimmen, kann es reichen: Format kennenlernen, alte Prüfungen unter Zeit, Fehler anschauen. Lücken aus der 4. oder 5. Klasse lassen sich in acht Wochen nicht schliessen. Nach der Probestunde sage ich dir, was ich für realistisch halte.

Braucht mein Kind einen Kurs oder Einzelunterricht?

Ein Kurs gibt Struktur und Material, Einzelunterricht arbeitet an dem, was dein Kind gerade noch nicht kann. Wer in der Gruppe nicht nachfragt, ist eins zu eins besser aufgehoben. Manche Familien kombinieren beides.

Der erste Schritt darf leicht sein

Erzähl mir, wo dein Kind gerade feststeckt. Danach entscheidet ihr in Ruhe.

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"Nach der Probestunde hat sie selbst gefragt, wann die nächste ist."
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